Mariann Steegmann Institut Kunst & Gender

  • 20.3.-18.10.2026

    SUBURBIA

    SUBURBIA. TRÄUME VOM EIGENHEIM – WEGE AUS DER WOHNUNGSKRISE

    21. März – 18. Oktober 2026
    Deutsches Architekturmuseum (DAM)
    Schaumainkai 43, 60596 Frankfurt am Main

    Ausstellungseröffnung: Freitag, 20. März 2026, 19 Uhr

    Saftiger Rasen, blauer Pool, Doppelgarage: Suburbia taucht ein in die (Bild-)Welten der US-amerikanischen Vorstadt. Politik, Architektur, Popkultur und Werbung haben Sehnsüchte erzeugt. Die Ausstellung zeigt die Entstehung der Suburbia anhand von Fotos, Filmen, Literatur, historischem Material und Kunstprojekten. Vor dem Hintergrund von Wohnraummangel, Klimakrise und alternder Gesellschaft steht das einstige Versprechen von Freiheit und Wohlstand jedoch vielerorts in Frage. Einfamilienhäuser verbrauchen viel Energie und Fläche, sie zementieren Rollenbilder sowie Klassenunterschiede und werden häufig von nur ein oder zwei Personen bewohnt. Doch wie sieht die Zukunft aus? Der Bestand birgt ein enormes Potenzial. Durch Weiterbauen statt Abriss und kluge Transformation schlummert im Einfamilienhausbestand ein Ausweg aus der Wohnungskrise.

    Die Ausstellung macht die historische Entstehung dieser Bauten im Boom der deutschen Wirtschaftswunder-Jahre anhand der Zeitschrift Schöner Wohnen nachvollziehbar. Eine Bibliothek sämtlicher Hefte der 1960er und 1970er Jahre lädt ein zum Blättern durch Wohnträume, Konsumwelten und Familienideologien.

    Zudem zeigt die Ausstellung, wie im Großraum Rhein-Main zusätzlicher Wohnraum in ebendiesem Einfamilienhaus- Bestand entstehen kann – durch einen einfachen Hebel, der energetische Sanierung mit einer Erweiterung der Wohnfläche verbindet.

    Kuratorisches Team: Jorun Jensen (DAM), Valerie Kronauer und Jan Engelke (TUM) und Rosanna Umbach (MSI).

    Eine Ausstellung vom Centre de Cultura Contemporània de Barcelona (CCCB) und dem Deutschen Architekturmuseum in Kooperation mit dem Forschungscluster our.house TU München (TUM). Mit einem Beitrag des Forschungsfeldes wohnen+/-ausstellen, Mariann Steegmann Institut. Kunst & Gender, Bremen (MSI).

    Mit freundlicher Unterstützung der Wüstenrot Stiftung.

    BEGLEITPROGRAMM

    16. April 2026, 19 Uhr
    Systemfrage Eigenheim. Familie, Eigentum und Staat nach 1945

    Ein Gespräch mit Lilli Rast (Leibnitz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung) Enikő Charlotte Zöller (Bauhaus-Universität Weimar, DFG-Graduiertenkolleg Gewohnter Wandel) Jan Engelke (Technische Universität München, TUM-Forschungscluster our.house) Rosanna Umbach (Mariann Steegmann Institut. Kunst & Gender, Universität Bremen)
    Moderation: Jorun Jensen (Deutsches Architekturmuseum)

    Das Eigenheim hat sich in verschiedenen politischen Systemen nach 1945 als Wohnform durchgesetzt. In einer Podiumsdiskussion werden dessen ideologische Hintergründe diskutiert. In der jungen Bundesrepublik wurde der Bau vom Einfamilienhaus in den Wirtschaftswunderjahren subventioniert, doch auch im DDR-Staatssozialismus gab es ein Eigenheimprogramm. In Ungarn ist die verbreitetste Einfamilienhaustypologie, der Kádár-Würfel, der überwiegend im Eigenbau entstand, bis heute nach dem damaligen Staatschef der sozialistischen Ära benannt. Welche Idealbilder von Staat, Familie, Konsum und Eigentum sind in diesen Architekturen angelegt und bis heute wirksam?

    In Kooperation mit dem DFG-Graduiertenkolleg Gewohnter Wandel

    7. Mai 2026, 19 Uhr
    Mittelklassig modernisiert – Künstlerinnengespräch mit Karla Zipfel

    Karla Zipfel nähert sich als Künstlerin in Form von Skulptur, Installation und Social Media den Themen Wohnen und Wohnraumgestaltung und den damit verbundenen gesellschaftlichen Versprechen. In einem Künstlerinnengespräch stellt sie Arbeiten der letzten Jahre vor. Dabei geht es um kollektive und individuelle Gestaltungsmuster von Einfamilienhäusern, das Narrativ des Bausparfuchses, die emotionale Qualität verschiedener Heizarten und die kreative Ansprache potenzieller Vermieter:innen.
    In Kurzvideos auf Instagram und Tiktok (@karlazipfel) rückt sie Gebäude und Orte außerhalb des Architekturkanons in den Fokus, wie Sparkassen-Filialen und Zweckbauten der 80er und 90er, die Kleinstädte und Vororte prägen. Karla Zipfel ist 1993 geboren, aufgewachsen in der südbadischen Kleinstadt Bad Krozingen und lebt in Berlin. Sie studierte Bildende Künste an der HFBK Hamburg. Ihre Arbeiten wurden u.a. von Deichtorhallen Hamburg, Kunsthalle Basel, Kunsthalle Recklinghausen und Kunstverein Freiburg gezeigt.

    Die Veranstaltung wird ausgerichtet vom Forschungsfeld wohnen+/–ausstellen in der Kooperation des Instituts für Kunstwissenschaft – Filmwissenschaft – Kunstpädagogik der Universität Bremen mit dem Mariann Steegmann Institut. Kunst & Gender (Leitung: Kathrin Heinz).

    Die Veranstaltung wird bei Zoom übertragen.

    22. Mai 2026, 16–18 Uhr
    Block Lab Minecraft Workshop: Einfamilienhaus
    16–18 Uhr im Auditorium des DAM
    für Kinder ab 8 Jahren und Jugendliche; Teilnahmegebühr: EUR 3,50
    Aufgrund von starker Nachfrage ist die Teilnahme nur noch mit Anmeldung möglich: dam.vermittlung@stadt-frankfurt.de 

    28. Mai 2026, 19 Uhr
    Dauerbrenner Wohnvorstellung: Das Einfamilienhaus in der BRD
    Ein Keynote-Vortrag von Alexandra Staub (PennState College of Arts and Architecture)
    Moderation: Jan Engelke (TU München)

    7.–19. Juli 2026
    Legobaustelle: Das Einfamilienhaus. Träume der Transformation
    Im Rahmen der Gesamt-Legobaustelle vom 4.–26. Juli 2026
    DAM Auditorium Di–Fr, 10–17 Uhr; Sa–So 11–17 Uhr, Mo geschlossen
    für Kinder ab 4 Jahren, Familien & Erwachsene sowie Kitagruppen; Teilnahmegebühr: EUR 3,00
    Anmeldung: Online-Reservierung ab Anfang Mai möglich

    18.10.2026, 16 Uhr
    Finissage. Transfer in die Praxis
    Ein Gespräch mit Christina Simon-Philipp, Verena Marie Loidl und Valerie Rehle von der HFT Stuttgart
    Moderation: Jan Engelke (TU München)

    Weitere Veranstaltungen werden zeitnah bekannt gegeben. Weitere Informationen hierzu auf http://dam-online.de

  • 14.4.2026 / 18 Uhr

    Sabine Weingartner

    Sabine Weingartner, München
    Marisa und Mario Merz‘ Inszenierung von Arbeiten und Fürsorgen
    im Heimatelier in domus (1972)

    Universität Bremen, SFG 2020 Enrique-Schmidt-Str. 7, 28359 Bremen und via Zoom

    Der Vortrag untersucht eine 1972 im italienischen Architekturmagazin domus veröffentlichte Bildstrecke zum Turiner Apartment von Marisa und Mario Merz. Gezeigt wird die Stadtwohnung nicht als bürgerlich geordnetes, repräsentatives Interieur, sondern als Gegenmodell: Die zweckvielfältigen Räume sind von künstlerischer Arbeit durchdrungen. Im Zentrum steht die Frage, welche Bedeutung diese räumliche Verschränkung von Atelier und Heim zu einem Zeitpunkt gewinnt, als die autorisierende Funktion des Ateliers zur Disposition steht und das Heim als Sphäre weiblich konnotierter Fürsorge- und Reproduktionsarbeit in den Fokus feministischer Kritik rückt. Vor dem Hintergrund der theoretischen und politischen Arbeiten von Silvia Federici und Mariarosa Dalla Costa wird das ‚Heimatelier‘ als visuelle Intervention gegen die symbolische Festschreibung der Arbeitsteilung in der italienischen Nachkriegsgesellschaft gelesen.

    Der Zoom-Link zur Veranstaltung wird zeitnah hier bekanntgegeben.

  • 12.5.2026 / 18 Uhr

    Julia Meer

    Julia Meer, Hamburg
    Franzbrötchen und Feminismus – Strategien zur Aktivierung der Sammlung Grafik und Plakat des MK&G

    Universität Bremen, SFG 2020 Enrique-Schmidt-Str. 7, 28359 Bremen und via Zoom

    Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg ist ein Museum, das sich aktiv mit den politischen und sozialen Dimensionen von Design auseinandersetzt. Vorgestellt werden Ausstellungsprojekte, die das Potential von Partizipation ausloten, Vielstimmigkeit einladen und sich kritisch auseinandersetzen mit dem Kanon des Grafikdesigns und etablierten Narrativen auf Text- und Gestaltungs- ebene. In The F*word – Guerrilla Girls und feministisches Grafikdesign wurden Lücken in der Sammlung offenbart und Wege zum Umgang mit diesen Lücken vorgestellt. Glitzer fächerte die Facetten eines oftmals als oberflächlich oder effekthascherisch abgewerteten Materials auf. audio—grafisch gab Einblicke in Gestaltungsprozesse und Poster&Papierkram in die Sammlungsarbeit. Der Fokus des Vortrags liegt auf kuratorischen Herausforderungen, Überlegungen und Entscheidungen, sowie der Rolle der Ausstellungsgestaltung.

    Der Zoom-Link wird zeitnah hier bekanntgegeben.

  • 11.-13.6.2026

    Mapping Her* Studio

    Mapping Her* Studio
    Raumverhältnisse und Beziehungsgeflechte: Zeitgenössische kritische Positionen in der Künstlerinnen*forschung

    Bötjer‘sche Scheune, Bauernreihe 3, 27726 Worpswede

    Augenfällig finden in den letzten Dekaden dies- und jenseits des Atlantiks eine Vielzahl von Retrospektiven sowie Einzel- und Gruppenausstellungen statt, die Künstler*innen gewidmet sind. Ausstellungen und wissenschaftliche Publikationen, die sich mit Künstler*innen, ihrer Abwertung und Ausgrenzung in der Kunstgeschichte befassen, machen sich nicht zuletzt zur Aufgabe, in Vergessenheit geratene Werke im Kunstfeld (erstmals) zu zeigen, zu kontextualisieren bzw. (re-)kontextualisieren. Auf der Suche nach Künstler*innen, ihren Werken, Schriften und Arbeitsmaterialien werden Museumsdepots unter die Lupe genommen und Archive durchforstet: Sammlungspräsentationen ordnen Material um, verstaubte Ankaufspolitiken werden neu ausgerichtet – eine Kanonreflexion (manche nennen es Revision), die im besten Fall zu einer kritisch forschungsorientierten, materialbezogenen wie transdisziplinär ausgerichteten Ausstellungs-, Tagungs- und Publikationstätigkeit führt. Währenddessen steigen auf dem Kunstmarkt die Preise für (wieder-)entdeckte Künstler*innen.

    Die Tagung nimmt den 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker 2026 zum Anlass, eine kritische Bestandsaufnahme und Standortbestimmung der zeitgenössischen Künstlerinnen*forschung vorzunehmen. Der Fokus soll insbesondere auf die Bedeutungsdimensionen von Ortsbezügen, Raumverhältnissen und Produktionsbedingungen gerichtet werden. Geplant ist, diese Infrastrukturen aus einer kunstwissenschaftlichen, kuratorischen und künstlerischen Forschungsperspektive zu befragen.

    Konzept
    Dr. Kathrin Heinz (Leitung und Geschäftsführung Mariann Steegmann Institut. Kunst & Gender an der Universität Bremen)
    Prof. Dr. Elena Zanichelli (Professur für Kunst der Moderne und Gegenwart, Kunstgeschichtliches Institut an der Philipps-Universität Marburg)

    Die Tagung wird ausgerichtet vom Mariann Steegmann Institut. Kunst & Gender (MSI) /Forschungsfeld wohnen+/-ausstellen (MSI und Institut für Kunstwissenschaft – Filmwissenschaft – Kunstpädagogik, Universität Bremen) gemeinsam mit dem Kunstgeschichtlichen Institut der Philipps-Universität Marburg. Sie findet statt in Kooperation mit den Worpsweder Museen und dem Künstlerinnenverband Bremen, GEDOK.

    Die Tagung ist öffentlich.

    Weitere Informationen folgen zeitnah.

Publikationen

SCHRIFTENREIHE WOHNEN+/-AUSSTELLEN

Neu erschienen:
Silke Förschler, Astrid Silvia Schönhagen (Hg.)
Trophäen. Inszenierungen der Jagd in Wohn- und Ausstellungsräumen
transcript Verlag 2025

Rosanna Umbach
Un/Gewohnte Beziehungsweisen. Visuelle Politiken des Familialen in der Zeitschrift
„Schöner Wohnen“, 1960-1979

transcript Verlag 2025

+/-

Rosanna Umbach
Zwischen Kollektiv und Küche: Rezeptionsgeschichte(n) und queer_feministische Raumpraxen, in: Thomas Moser, Sabine Plakolm-Forsthuber, & Harald R. Stühlinger (Hg.): OFF! De-Centering Feminist Architectural History, TU Wien Academic Press, S. 194–203, https://doi.org/10.34727/2026/isbn.978-3-85448-083-9_13

Rosanna Umbach
Wohnen im Display: Von Haushaltscomputern und Home Office. Visuelle Verhältnisse von Hausarbeit & Technik in der Schöner Wohnen (1960–1979), in: Christina Bartz et al. (Hg.): ComputerWohnen. Zur Geschichte des Computers in Wohnumgebungen zwischen Arbeit und Assistenz, Bielefeld: transcript 2026.

Franziska Rauh
"Pushing the Envelope": Close Radio, a Radio Show by Artists as Political and Artistic Positioning,
in: Anne Thurmann-Jajes/ Regine Beyer (eds.): Listen Up! Radio Art in the USA.
Bielefeld: transcript, 2025, S. 63-78.

Amelie Ochs, Rosanna Umbach (Hg.):
Wohnen mit Klasse
kritische berichte - Zeitschrift für Kunst- und Kulturwissenschaften, Jg. 53, Nr. 2, 2025, https://doi.org/10.11588/kb.2025.2
Mit Beiträgen von Kristen Lee Bierbaum, Sophie Eisenried, Philipp Hagemann, Henrike Haug, Gabu Heindl, Valentin J. Hemberger, Andreas Huth, Jorun Jensen, Christiane Keim, Bernadette Krejs, Nina Manz, Friederike Nastold, Matthias Noell, Martin Papenbrock,  Barbara Paul, Charlotte Püttmann, Hannah Rhein, Alexander Wagner

Kathrin Heinz 
Saint Georges, madones et autres objets. Au plus près des natures mortes de Gabriele Münter,
in: Ausst.-Kat. Gabriele Münter : Peindre sans détours, hg. Isabelle JansenHélène LeroyAnne-Lise Weidmann, Paris-Musées 2025, S. 114-121.

Amelie Ochs
Le catalogue de l’exposition Film und Foto (Stuttgart, 1929) dans l’histoire de la modernité photographique, in: Mica Gherghescu/Marie Gispert/Hélène Trespeuch (Hg.): L’exposition à l’ouvrage. Histoire, formes et enjeux du catalogue d’exposition, HiCSA [Website] 2025, https://hicsa.pantheonsorbonne.fr/collection-histoire-lart-contemporain#Catalogues.

Kerstin Brandes, Marietta Kesting (Hg.)
Landschaft, Wetter, Kraut und Kritter - Anthropozän-Diskurs und visuelle Kultur.
FKW // Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur.  Nr. 75, April 2025 
https://www.fkw-journal.de/index.php/fkw